Bochum/Herne. [sn] Ein grauer Himmel und anhaltender Niederschlag bildeten die äußere Kulisse für eine sportliche Veranstaltung, die trotz der widrigen Bedingungen von außergewöhnlicher Wärme und Gemeinschaftsgeist geprägt war. Auf dem Gelände des Neuen Gymnasiums in Bochum versammelten sich 16 engagierte Sportler:innen der Triathlon-Abteilung des SV Blau-Weiß Bochum, um im Rahmen der siebten Auflage der Charity-Aktion „Laufend Gutes tun“ an den Start zu gehen. Das Ziel dieser ungewöhnlichen „Biermeile“ war jedoch nicht die Erzielung sportlicher Höchstleistungen im klassischen Sinne, sondern die Unterstützung schwerkranker Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Die Teilnehmenden ließen sich vom schlechten Wetter nicht beirren und absolvierten die Distanz von viermal 400 Meter, wobei nach jeder Stadionrunde eine Flasche Bier (0,33 Liter) geleert werden musste. Diese Kombination aus Ausdauerleistung und manuellem Geschick beim zügigen Konsum führte zu einer Gesamtsumme von 666 €, die sich aus Startgeldern und weiteren privaten Spenden der Anwesenden zusammensetzte. Wie ein Bericht der Zeit Online über die finanzielle Situation in der Pflege verdeutlicht, ist zivilgesellschaftliches Engagement wie dieses eine essenzielle Stütze für das deutsche Gesundheitssystem. Der Erlös dieser „bierernsten“ Angelegenheit fließt ohne Abzüge an den Förderverein Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus (EvK) Herne und den Ambulanten Hospizdienst, um dort Projekte zu finanzieren, die über die medizinische Grundversorgung hinausgehen. Die Organisation lag in den bewährten Händen von Lauftrainer Werner Driller und seinem Vereinskameraden Lars Kalender, während Thomas Hargus von der Firma Wattzeit als Sponsor fungierte und die professionelle Zeitnahme sicherstellte.
Sportliche Ausdauer für die palliative Unterstützung
Die sportliche Disziplin der Biermeile hat sich längst von einem studentischen Ulk zu einem international beachteten Phänomen entwickelt, das klare Regeln erfordert. Im Fall der Bochumer Triathleten wurde streng darauf geachtet, dass die sportliche Integrität gewahrt blieb, auch wenn der Spaßfaktor im Vordergrund stand. Für die Läufer:innen war die Biermeile zudem eine körperliche Herausforderung, die eine exakte Überwachung der eigenen Vitalwerte erforderte; viele setzten dabei auf moderne Technik wie eine Sport-Smartwatch, um Herzfrequenz und Rundenzeiten zu kontrollieren. „Auch wenn wir Sportler manchmal verletzt sind, geht es uns im Großen und Ganzen gut“, sagte Werner Driller laut Pressemitteilung der Triathlon-Abteilung des SV Blau-Weiß Bochum vom 05.01.2026. „Von diesem Glück, Freude an Sport und Bewegung genießen zu können, möchten wir etwas zurückgeben. Menschen, die vor der letzten Etappe ihres Lebens stehen, sollen gut begleitet sein und nicht allein.“ Dieser Gedanke der Solidarität ist tief in der Philosophie des Vereins verwurzelt, der seit 2018 jährlich diesen Benefizlauf organisiert und dabei stets lokale Einrichtungen unterstützt, die sich der Sterbebegleitung widmen.
Prominente Unterstützung und gesellschaftliche Relevanz
Die Verbindung zwischen dem Bochumer Verein und der Herner Einrichtung wurde maßgeblich durch die langjährige Freundschaft zwischen Werner Driller und Thorsten Kinhöfer gefestigt. Kinhöfer, ein ehemaliger FIFA-Schiedsrichter und bundesweit bekanntes Gesicht des deutschen Fußballs, fungiert als Schirmherr für die Palliativstation im EvK Herne sowie den Ambulanten Hospizdienst. Seine Beteiligung unterstreicht die Bedeutung von Palliativmedizin und Hospizarbeit in unserer Gesellschaft, die durch das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) vom 01.12.2015 rechtlich gestärkt wurde. Dieses Gesetz zielt darauf ab, ein flächendeckendes Angebot an spezialisierter Versorgung für unheilbar kranke Menschen zu schaffen. Thorsten Kinhöfer, der während seiner aktiven Schiedsrichterlaufbahn regelmäßig mit Werner Driller trainierte, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Athleten:
„Diese Aktion zeigt, wie Sport über sich hinauswachsen kann – das ist für mich Fairplay in Reinkultur“,
hieß es in einer offiziellen Stellungnahme während der Spendenübergabe. Die Unterstützung des Fördervereins Palliativstation Herne ermöglicht es dem Fachpersonal, Patienten eine würdevolle Umgebung zu bieten, die oft durch zusätzliche Angebote wie Musiktherapie oder die Gestaltung der Patientenzimmer verbessert wird. Die SN SONNTAGSNACHRICHTEN begleiten solche regionalen Initiativen regelmäßig, um das Bewusstsein für ehrenamtliches Engagement zu schärfen. Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit des Hospizdienstes machen möchte, findet detaillierte Informationen in der Rubrik Gesundheit. Die 16 Läufer:innen haben mit ihrem Einsatz am 05.01.2026 bewiesen, dass auch eine vermeintlich kleine Gruppe durch Kreativität und Durchhaltevermögen einen signifikanten Beitrag für das Gemeinwohl leisten kann, indem sie die „letzte Etappe“ anderer Menschen mit ihrer Spende ein Stück weit ebnen.
























