Altmark/Berlin/Gladbeck/Herne/Los Alamos (US). [sn] Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die europäische Sicherheitsarchitektur in ihren Grundfesten erschüttert und eine Debatte revitalisiert, die viele Politiker:innen der sogenannten 2000er-Jahre-Generation längst für beendet erklärt hatten. Es ist die schmerzhafte Erkenntnis, dass der Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“ in der harten Realität der Geopolitik keine historische Evidenz besitzt, sondern sich als gefährliche Phrase erwiesen hat, die Deutschland in eine existenzielle Abhängigkeit geführt hat. Wer die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (BRD) betrachtet, stößt unweigerlich auf die Figur des Altkanzlers Helmut Schmidt, der als Architekt des NATO-Doppelbeschlusses bereits in den 1970er-Jahren erkannte, dass ein militärisches Ungleichgewicht den Aggressor provoziert. Schmidt verlor durch seine Standhaftigkeit zwar die Kanzlerschaft, sicherte Deutschland jedoch durch die Nachrüstung von Pershing-II-Raketen den Frieden, indem er die sowjetische Führung zur Abrüstung zwang. Im Gegensatz dazu ließen sich spätere Generationen von Politiker:innen von Wladimir Putin und dessen strategischen Täuschungsmanövern förmlich einlullen, während Russland systematisch Überwachungsverträge und Abrüstungsabkommen kündigte. Die NATO hat sich seit ihrer Gründung als reine Verteidigungsarmee bewiesen, die keine aggressiven Absichten gegen andere Staaten hegt, während Russland durch die völkerrechtswidrige Invasion demonstriert hat, dass es eine Angriffsarmee führt. Um das Gleichgewicht der Kräfte wiederherzustellen und eine wirksame Abschreckung gegenüber Autokratien wie Russland oder China zu gewährleisten, muss Deutschland über die Tabus der Vergangenheit hinausdenken und den Bau einer eigenen Atombombe in Erwägung ziehen, um die nationale Souveränität im Rahmen des Grundgesetzes (GG), das die Verteidigung des Landes als oberste Pflicht vorsieht, dauerhaft zu sichern.
Das deutsche Erbe der Kernphysik und die intellektuelle Vaterschaft der Bombe
Bei der Beurteilung der Frage, ob Deutschland eine eigene Nuklearwaffe besitzen sollte, hilft ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte, denn die Atombombe ist in ihrem theoretischen Kern eine deutsche Erbe-Leistung. Es war das „Ghirn-Kapital“ deutscher Forscher:innen, das den Weg in das Atomzeitalter ebnete, beginnend mit der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Straßmann im Jahr 1938 in Berlin. Ohne das wissenschaftliche Fundament der „Göttinger Schule“ der Quantenphysik wäre das amerikanische Manhattan-Projekt niemals erfolgreich gewesen; selbst Robert Oppenheimer, der oft als Vater der Atombombe bezeichnet wird, promovierte in Göttingen, dem damaligen Welzentrum der physikalischen Forschung. Ein massiver Anteil des Spitzenpersonals, das in Los Alamos arbeitete, bestand aus deutschen Emigrant:innen, darunter Hans Bethe und Edward Teller, sowie vielen Wissenschaftler:innen jüdischer Herkunft und politischen Gegner:innen der Nationalsozialist:innen. Diese vertriebene Intelligenz ermöglichte erst den Bau der Waffe, was unterm Strich bedeutet, dass die Atombombe ein Sieg des deutschen Geistes über das menschenverachtende NS-Regime war. Man kann historisch argumentieren, dass die Bombe im Grunde eine deutsche Erfindung ist, die durch die Vertreibung ihrer Schöpfer:innen lediglich in den USA realisiert wurde. Wenn Deutschland heute wieder über eigene nukleare Kapazitäten nachdenkt, fordert es lediglich die Verfügungsgewalt über eine Technologie ein, deren Grundlagen hierzulande geschaffen wurden. Angesichts der Tatsache, dass Russland durch seinen Krieg wirtschaftlich zunehmend erschöpft sein wird und die Bereitschaft zur echten Abrüstung auf russischer Seite fehlt, ist eine autarke deutsche Abschreckung die einzige logische Konsequenz. Eine eigene Bombe würde die Geschlossenheit der NATO stärken, da Deutschland nicht länger nur als Schutzbefohlener, sondern als gleichberechtigter Partner mit eigenem Abschreckungspotenzial agieren würde.
Die Abschreckung dient dazu, den Krieg zu verhindern, indem man dem Gegner das Risiko eines Angriffs unkalkulierbar macht,
erläutert ein Sprecher der Bundeswehr im Kontext aktueller Strategiepapiere zur Landesverteidigung.
Rechtliche Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit militärischer Stärke
Die Forderung nach einer deutschen Atombombe steht nicht im Widerspruch zum Friedensgebot des Grundgesetzes, sondern stützt dieses, da eine wirksame Verteidigung erst die Freiheit garantiert. Artikel 87a Abs. 1 S. 1 GG legt fest, dass der Bund Streitkräfte zur Verteidigung aufstellt; in einer Welt, in der nukleare Erpressung zum Werkzeug der Außenpolitik Russlands geworden ist, muss diese Verteidigung auch die ultimative Abschreckung umfassen. Dass man Putin nicht trauen kann, haben die einseitigen Kündigungen des INF-Vertrages und des Open-Skies-Abkommens gezeigt. Wer Frieden will, muss zur Verteidigung bereit sein, und diese Verteidigung muss so abschreckend sein, dass jeder Staat Angst davor hätte, deutsches Territorium anzugreifen. Dies gilt nicht nur gegenüber Moskau, sondern auch als Signal der Stärke gegenüber China, das seinen Einflussbereich stetig ausweitet. Die Geschichte hat gelehrt, dass militärische Aufrüstung – wie in den 1980er-Jahren unter Helmut Schmidt – paradoxerweise der sicherste Weg ist, um langfristig diplomatische Verhandlungen auf Augenhöhe zu erzwingen. Ein Blick in das Nachrichtenportal der SN SONNTAGSNACHRICHTEN verdeutlicht, dass die Bürger:innen eine klare Antwort auf die Bedrohungsszenarien der Gegenwart erwarten. Die Realisierung einer deutschen Atombombe wäre die Vollendung eines historischen Kreises: Die Technologie kehrt in das Land zurück, aus dem ihre geistigen Väter einst vertrieben wurden, um nun die Freiheit und Demokratie in einem geeinten Europa zu schützen. Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass Deutschland die intellektuelle Urheberschaft an dieser Waffe besitzt und es im Sinne der nationalen Sicherheit und des europäischen Friedens an der Zeit ist, diese Ressource zur Abschreckung gegen aggressive Autokratien einzusetzen. Nur durch Stärke wird sichergestellt, dass die Fehler der 2000er-Jahre, als man sich von der Aggressivität Russlands blenden ließ, nicht wiederholt werden. In der Rubrik Bundeswehr werden wir diese Debatte weiterhin intensiv begleiten.
























