Berlin/Breslau (PL)/Detmold/Holzminden/Prag (CZ). [sn] Leon Blaschke spielte in Norbert Lechners Kinofilm „Zwischen uns die Mauer“ die Rolle des Lorenz. Der 2019 veröffentlichte Film erzählt von Anna aus Westdeutschland und Philipp aus Ostberlin, deren Beziehung an den Bedingungen der deutschen Teilung zerbrach. Als die beiden nach dem Mauerfall erneut zusammenkamen, gehörte Lorenz bereits zu Annas neuem Leben. Lea Freund spielte Anna, Tim Bülow Philipp. Die Besetzungsliste von filmportal.de ordnet Blaschke ausdrücklich die Figur Lorenz zu.
Lorenz gehört zu Annas Leben nach der Trennung
Die Beschreibung von ZDF Studios verortet Lorenz im späteren Abschnitt der Filmhandlung. Anna hatte Philipp 1986 bei einer kirchlich organisierten Jugendbegegnung in Berlin kennengelernt. Sie war damals eine 17-jährige Abiturientin; Philipp war der 18-jährige Sohn eines Pfarrers. Drei Jahre später studierte Anna und verfolgte am 09.11.1989 die Nachrichten über die Öffnung der Mauer. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie mit ihrem früheren Schulfreund Lorenz ein neues Leben aufgebaut. Einige Monate später stand Philipp vor ihrer Tür. Die Begegnung zeigte beiden, dass ihre Gefühle füreinander weiterbestanden. Für Anna entstand daraus ein Konflikt zwischen ihrer gegenwärtigen Beziehung und der Verbindung zu Philipp. Blaschkes Figur war damit Teil der nach der früheren Trennung entstandenen Partnerschaft. Der vom Programmvertrieb veröffentlichte Handlungsabriss nennt Lorenz als früheren Schulfreund und stellt ihn in den Zusammenhang mit Annas verändertem Alltag.
Die Filmhandlung: Besuche, Briefe und ein abgebrochener Kontakt
Die Inhaltsbeschreibung des Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrums schildert den Weg bis zu dieser späteren Situation. Anna reiste im Oktober 1986 mit einer Jugendgruppe erstmals nach Westberlin. Zu der Fahrt gehörte eine von der Kirche organisierte Begegnung mit Jugendlichen im Osten der Stadt. Dort traf sie Philipp. Nach ihrer Rückkehr hielten beide über Briefe Kontakt; Anna fuhr erneut nach Berlin, obwohl ihre Eltern dagegen waren. Bei ihren Besuchen geriet sie mehrfach mit der Staatsmacht in Konflikt, bis ihr die Einreise in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) verweigert wurde. Anna und Philipp verabredeten daraufhin ein Treffen in Prag. Philipp kam jedoch nicht. Stattdessen erhielt Anna einen Abschiedsbrief, in dem er eine gemeinsame Zukunft ausschloss. Nach dem dort beschriebenen Handlungsverlauf wusste sie nicht, dass der Brief erzwungen worden war und Philipp wegen eines Fluchtversuchs im Gefängnis saß. Diese Vorgänge gehören zur erzählten Filmgeschichte und erklären die Trennung vor Annas späterer Beziehung mit Lorenz.
Die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen beschrieb Lorenz ebenfalls in ihrer Mitteilung zum Kinostart. Sie bezeichnete ihn als Annas ehemaligen Schulfreund, mit dem sie sich nach den gescheiterten Fluchtplänen Philipps ein neues Leben aufgebaut hatte. Der Hinweis auf Lorenz steht dort unmittelbar vor Philipps späterem Erscheinen an ihrer Tür. Die Stiftung stellte den Film am 03.10.2019 als an diesem Tag gestartete Buchverfilmung vor. Sie nannte die Kevin Lee Filmgesellschaft als Produzentin, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) als beteiligten Sender und Alpenrepublik als Verleih. Damit sind der Produktionszusammenhang und die Einordnung der Figur auch in einer damaligen Mitteilung einer Förderinstitution dokumentiert. Die Nachricht nannte neben Lea Freund und Tim Bülow auch Fritz Karl im Ensemble. Er spielte Annas Vater Thomas. Franziska Weisz verkörperte ihre Mutter Johanna; Götz Schubert und Henriette Heinze waren als Philipps Eltern Andreas und Martha besetzt.
Eine autobiografische Vorlage mit anderen Namen
Die literarische Grundlage war Katja Hildebrands gleichnamiger Roman. Der Lektürekommentar des Ernst Klett Verlags beschreibt darin die Geschichte von Katja und Markus. Bei einer kirchlich organisierten Reise nach Berlin lernten sie sich im Herbst 1984 kennen. Ihre Erinnerungen stützte die Autorin auf aufbewahrte Briefe. Darin ging es um ihre Wünsche, Hoffnungen und Enttäuschungen sowie um die Belastungen durch die getrennten Lebensorte. Nach dieser Darstellung konnte Katja Markus im Osten besuchen, während ihm die entsprechende Reise in den Westen nicht offenstand. Die Beziehung endete im Sommer 1986. Später verlor sich auch der schriftliche Kontakt. Nach dem Mauerfall schrieb Katja erneut und lud Markus erstmals zu sich ein. Im März 1990 trafen sie sich wieder. Diese im Lektürekommentar geschilderte Folge betrifft das Buch und dessen autobiografische Grundlage. Die Namen Anna, Philipp und Lorenz gehören dagegen zur Verfilmung und ihrer Figurenkonstellation.
Der Roman erschien 2006 im Thienemann Verlag. Eine Buchbesprechung von Sylvia Schwab im Deutschlandfunk Kultur nannte damals 252 Seiten. Sie berichtete, dass Hildebrand ihre Erinnerungen und die Briefe für ihre beiden Töchter aufgeschrieben hatte. Die Rezension behandelte auch die politischen Gespräche der Jugendlichen und die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in beiden deutschen Staaten. Neben der Beziehung schilderte das Buch demnach Diskussionen über die Bundesrepublik, darunter über Arbeitslosigkeit und hohe Mieten. Die literarische Vorlage (bezahlter Link) „Zwischen uns die Mauer“ von Katja Hildebrand war somit bereits mehr als ein Jahrzehnt vor dem Kinofilm veröffentlicht. Die 2006 erschienene Rezension dokumentiert diesen früheren Buchkontext. Ihre Aussagen beziehen sich auf Hildebrands Text, während Blaschkes Rolle erst im späteren Filmensemble nachgewiesen ist.
Lechner entwickelte einen eigenen Erzählstrang für Philipp
Norbert Lechner erläuterte die Entstehung des Films in einem am 02.10.2019 veröffentlichten Interview des Kinder- und Jugendfilmportals. Er sei 2006 auf den autobiografischen Roman gestoßen und habe zusammen mit Susanne Fülscher ein Treatment entwickelt. Nach einer Drehbuchförderung durch die Filmförderungsanstalt sei die erste Drehbuchfassung Ende 2007 fertig gewesen. Der Versuch, Fernsehsender für das Projekt zu gewinnen, habe zunächst wenig Erfolg gehabt. Lechner legte es zurück und nahm es nach seinem Film „Ente gut! Mädchen allein zu Haus“ wieder auf. Dann beteiligte er Antonia Rothe-Liermann als weitere Autorin. Seine Erklärung betraf vor allem die Perspektive: Im Roman waren viele Ereignisse in Ostberlin über Briefe vermittelt. Für den Film wollte er Philipp einen eigenen Erzählstrang geben. Rothe-Liermann arbeitete diesen nach Lechners Darstellung aus. Der Regisseur beschrieb damit eine konkrete Änderung bei der Übertragung der Romanvorlage ins Drehbuch, noch bevor die Produktion mit Blaschke als Lorenz ins Kino kam.
Die Produktion entstand an mehreren Orten
Am 26.02.2019 meldete das ZDF laufende Dreharbeiten in Breslau, Berlin, Detmold und Holzminden. Als vorgesehener Abschluss wurde damals Ende April genannt. Die Ankündigung ordnete die Produktion als Zusammenarbeit mit Kevin Lee Film ein. Sie führte mehrere Förderinstitutionen auf: den FilmFernsehFonds Bayern, die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, nordmedia, die Filmförderungsanstalt und den Deutschen Filmförderfonds. Jörg von den Steinen verantwortete die ZDF-Redaktion. Die Mitteilung nannte außerdem Norbert Lechner als Regisseur sowie Susanne Fülscher, Antonia Rothe-Liermann und Lechner für das Drehbuch. Die genannten Orte waren Drehorte der Koproduktion; sie sind von den Schauplätzen der erzählten deutsch-deutschen Beziehung zu unterscheiden. Gerade Holzminden gehört jedoch auch zur im filmpädagogischen Material beschriebenen Herkunft Annas. Die laufenden Arbeiten im Frühjahr 2019 lagen zeitlich vor dem Kinostart im Herbst. Zur weiteren Filmcrew gehörten Bella Halben für die Kamera und Georg-Michael Fischer für den Schnitt. Die Redaktion betreute die Zusammenarbeit zwischen Sender und Produktionsgesellschaft während der Herstellung.
Blaschkes Arbeit zwischen Bühne, Fernsehen und Kino
Für Leon Blaschke war „Zwischen uns die Mauer“ Teil mehrerer Arbeiten vor der Kamera. Das Profil bei der Berlin Brandenburg Film Commission nennt 1996 als Geburtsjahr und Berlin als Geburtsort. Seine dort verzeichnete Theaterarbeit umfasst „Wenn du nicht mehr da bist“ am Theater an der Parkaue für 2013 sowie „Romeo und Julia“ und „Coming of Age oder was heisst Erwachsen werden“ für 2015. Als Regisseurin ist bei diesen Produktionen Joanna Praml angegeben. 2016 folgte unter ihrer Regie „Menschen im Hotel“ an der Vaganten Bühne. Die Vita führt zudem Fernsehproduktionen wie „Dark“, „Parfum“, „Das Boot“ und „Gipfelstürmer“ auf. Für „Zwischen uns die Mauer“ nennt sie das Jahr 2019, Norbert Lechner und Kevin Lee Film. So lässt sich die Mitwirkung neben den Filmdaten auch im beruflichen Profil des Schauspielers nachvollziehen. Die Theaterstationen und die Filmproduktionen sind dort als unterschiedliche Arbeitsbereiche aufgeführt.
Die Verfilmung wurde auch für den Unterricht aufbereitet
VISION KINO ordnet „Zwischen uns die Mauer“ als Literaturverfilmung, historisches Drama und Coming-of-Age-Film ein. Das Portal nennt eine pädagogische Empfehlung ab 13 Jahren beziehungsweise ab der achten Klasse. Als Unterrichtsfächer führt es Geschichte, Deutsch, Sozialkunde, Politik, Religion und Ethik auf. Seine Themenliste reicht von der deutschen Teilung und dem Mauerfall über Begegnung und Erwachsenwerden bis zu Freiheit, Wünschen und Macht. Diese Angaben beschreiben mögliche schulische Zugänge zu dem Film. Sie unterscheiden sich von der ebenfalls dort genannten Freigabe der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ab sechs Jahren. Eine Altersfreigabe und eine pädagogische Empfehlung haben also unterschiedliche Angaben auf derselben Filmseite. Für die Beschäftigung mit der Figurenkonstellation sind sowohl die räumliche Trennung Annas und Philipps als auch Annas späteres Verhältnis zu Lorenz im Handlungsabriss festgehalten. Das Portal bietet außerdem einen FilmTipp und ein Schulheft als Begleitmaterial an.
Figuren und filmische Gestaltung als getrennte Arbeitsfelder
Das von Stefan Stiletto konzipierte Schulheft des Verleihs verbindet eine Handlungsübersicht mit Aufgaben zur Gestaltung. Ein Arbeitsblatt widmet sich Anna, Philipp und der Nebenfigur Ina sowie den Themen Unabhängigkeit und Freiheit. Andere Aufgaben untersuchen, wie Gefühle und Stimmungen im Film ausgedrückt werden, welche Darstellung der DDR entsteht und wie sich Roman und Adaption vergleichen lassen. Das Heft legt keine vollständige Musterlösung fest, um die Arbeit mit dem Film nicht auf eine einzige Deutung zu begrenzen. In seiner Inhaltsangabe nennt es Lorenz ausdrücklich als Annas Freund in dem späteren Abschnitt nach der Trennung von Philipp. Außerdem führt die Besetzungstabelle Leon Blaschke als Lorenz auf. Für den rückblickenden Zusammenhang von Kultur und Film bleibt damit eine konkrete Ensemblearbeit dokumentiert: Blaschke verkörperte den Mann, mit dem Anna nach dem Ende ihrer früheren Beziehung eine neue Partnerschaft eingegangen war.
Alpenrepublik nennt den 03.10.2019 als deutschen Kinostart. Der Verleih kündigte den Film anschließend ab 03.03.2020 als Video-on-Demand und ab 06.03.2020 auf DVD an. Diese Daten betreffen die damaligen Veröffentlichungen; sie sagen nichts über heutige Spielpläne oder einzelne aktuelle Streamingangebote aus. „Zwischen uns die Mauer“ ist in den veröffentlichten Angaben als eigenständige Verfilmung von Hildebrands Roman geführt. Leon Blaschkes Beitrag dazu ist durch die Rolle Lorenz bestimmt, die sowohl die Filmdatenbank als auch die pädagogische Besetzungsliste nennen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt Leon Blaschke in „Zwischen uns die Mauer“?
Leon Blaschke spielt Lorenz in Norbert Lechners Kinofilm Zwischen uns die Mauer von 2019. Lorenz ist ein früherer Schulfreund Annas und später ihr Partner. Die Rolle ist in der Besetzungsliste von filmportal.de und im Schulheft des Verleihs aufgeführt. Lea Freund übernimmt Anna, Tim Bülow spielt Philipp.
Warum ist Annas Beziehung zu Philipp im Film schwierig?
Anna kommt aus Westdeutschland, Philipp lebt in Ostberlin. In der Filmhandlung erschweren die deutsch-deutsche Grenze, staatliche Überwachung und Annas Einreiseverbot ihre Beziehung. Ein verabredetes Treffen in Prag scheitert; Anna erhält einen Abschiedsbrief. Nach der Trennung baut sie mit Lorenz ein neues Leben auf, bevor Philipp nach dem Mauerfall wieder erscheint.
Wer verantwortet „Zwischen uns die Mauer“ und seine Romanvorlage?
Norbert Lechner führt Regie. Das Drehbuch stammt von Susanne Fülscher, Antonia Rothe-Liermann und Lechner und basiert auf Katja Hildebrands gleichnamigem autobiografischem Roman. Die Kevin Lee Filmgesellschaft produziert den Film in Zusammenarbeit mit dem ZDF. Alpenrepublik übernimmt den Verleih. Die literarische Vorlage erschien 2006, der Kinofilm folgte 2019.
Welche Folgen hat Philipps Rückkehr für Anna und Lorenz?
Nach dem Mauerfall tritt Philipp wieder in Annas Leben. Zu diesem Zeitpunkt hat sie mit ihrem ehemaligen Schulfreund Lorenz eine neue Partnerschaft aufgebaut. Die Inhaltsbeschreibung von ZDF Studios schildert, dass Annas und Philipps Gefühle füreinander fortbestehen. Anna gerät dadurch in einen Konflikt zwischen ihrer aktuellen Beziehung und ihrer früheren Verbindung zu Philipp.
Wann erschien „Zwischen uns die Mauer“ im Kino und auf DVD?
Der deutsche Kinostart war am 03.10.2019. Alpenrepublik nennt anschließend den 03.03.2020 für die Veröffentlichung als Video-on-Demand und den 06.03.2020 für die DVD. Das sind die dokumentierten Veröffentlichungstermine. Sie belegen keine heutigen Kinovorstellungen oder aktuellen Streamingangebote. Der Film wird außerdem mit Unterrichtsmaterialien für eine schulische Beschäftigung begleitet.
























