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Verwahrloste Ecke in Herne: Stadtwerke ignorieren monatelang Beschwerden

10‑kV‑Station an der Siepenstraße verkommt zum Müllplatz – Anwohner fühlen sich von den Stadtwerken im Stich gelassen

Stefan Budde-Siegel von Stefan Budde-Siegel
22.06.2025, 21:34 Uhr
Lesezeit: 5 Minuten.
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Drei Männer mit verpixelten Gesichtern sitzen hinter einer verschmutzten Trafostation mit Graffiti in einem Wohngebiet.

Bildnachweis/Rechtekette: Symbolbild: © 2025 SN SONNTAGSNACHRICHTEN

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Herne. [sn] Die 10‑kV‑Station am Ende der Siepenstraße ist seit Monaten ein Schandfleck im Stadtbild – und ein Symbol für Ignoranz und Behördenversagen. Trotz wiederholter Beschwerden tut sich: nichts.

Seit Monaten: Müll, Urin und Alkoholkonsum – aber keine Reaktion der Stadtwerke Herne

Bereits im April wandten sich Anwohner mit einer dringenden Bitte an die Stadtwerke Herne. Ihr Anliegen: die zunehmend verwahrloste Fläche rund um die 10‑kV‑Anlage. Die Antwort kam prompt – aber nur in Form höflicher Phrasen. Seitdem: keinerlei Handlung. Die Stadtwerke schauen einfach weg.
Inzwischen hat sich der Bereich zu einem regelrechten Angstraum entwickelt: Müll, Unrat, Uringeruch. Immer wieder finden hier nächtliche Trinkgelage statt. Am Wochenende wird dort gefeiert, getrunken, uriniert – und geschlafen. Kinder spielen tagsüber in unmittelbarer Nähe zu dieser gesundheitsgefährdenden Zone. Ein Zustand, der jedem Ordnungsamt die Schamesröte ins Gesicht treiben müsste.

„Diese Idioten urinieren ja auch in bzw. an die 10‑kV‑Anlage“, so ein Anwohner in einer weiteren E-Mail an die Stadtwerke.

Die Wortwahl ist drastisch, aber der Zustand ist es auch.

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Offene Müllsäcke und verstreuter Abfall neben einem Stromkasten in einer zugewachsenen Gasse.
Bildnachweis / Rechtekette: © 2025 SN SONNTAGSNACHRICHTEN

Stadtwerke Herne: Prüfen, verschieben, ignorieren

Seit der ersten Meldung sind nun über zwei Monate vergangen. Die Stadtwerke antworten weiterhin freundlich, aber ohne jede Wirkung. Die Stadtwerken schrieben an die Anwohner am 25. April: „Wir werden jetzt rechtlich und baulich prüfen, ob wir dort einen (bezahlter Link) Zaun bauen können.“
Seither? Keine Reinigung, kein Zaun, kein Ordnungsdienst, keine sichtbare Maßnahme. Keine Lösung, kein Wille – nur Untätigkeit. Die Versprechen sind leer. Das ist nicht nur schlechte Kommunikation – das ist organisierte Verantwortungslosigkeit.

Was nützt es den betroffenen Anwohnern – zumeist ältere Menschen einer angrenzenden Seniorenwohnanlage – wenn monatelang „geprüft“ wird, während täglich neue Müllberge wachsen? Warum lässt man Kinder zwischen Urinlachen und Glasscherben spielen, nur weil interne Entscheidungswege blockieren?

Die Stadtwerke Herne präsentieren sich nach außen als moderner Energieversorger – tatsächlich aber verwalten sie die Verwahrlosung. Wer als Versorger seine Grundstücke so verkommen lässt, gefährdet nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Sicherheit.

Pflichtverletzung mit Ansage?

Rechtlich gehört das Gelände zum Eigentum der Stadtwerke. Damit tragen sie nicht nur die bauliche Verantwortung, sondern sind auch verpflichtet, ihre Grundstücke ordnungsgemäß zu sichern. Gerade bei einer Mittelspannungsanlage ist der Schutz besonders zu gewährleisten. Die aktuell unterlassene Sicherung könnte – im Schadensfall – nicht nur zivilrechtliche, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Leitsatz: Eigentümer von Anlagen mit Gefahrenpotenzial haben sicherzustellen, dass keine Dritten zu Schaden kommen. Unterlassene Sicherung kann als fahrlässige Körperverletzung gewertet werden.
(Vgl. LG Essen, Urteil vom 08.04.2016 – 12 O 42/15)

Und auch das Baurecht ist eindeutig: Nach § 14 Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018) müssen bauliche Anlagen in verkehrssicherem Zustand gehalten werden. Wer dagegen systematisch verstößt, riskiert die Einschaltung der Bauaufsicht – oder im schlimmsten Fall der Staatsanwaltschaft.

Anwohner: „Wir fühlen uns alleingelassen“

Was sagen die Betroffenen? Wut, Frust, Resignation. Der Tenor: Man habe mehrfach gemeldet, mehrfach auf Missstände hingewiesen. Passiert sei: gar nichts.
„Wir erwarten nicht viel – nur, dass der Müll beseitigt wird und die Leute dort nicht weiter urinieren und saufen. Ist das zu viel verlangt?“, sagt ein Bewohner der Seniorenanlage.

Es ist erschütternd, dass Bürger in einer Stadt wie Herne derart allein gelassen werden – und zwar ausgerechnet von einem städtischen Unternehmen, dessen Aufgabe eigentlich die Daseinsvorsorge ist.

SN SONNTAGSNACHRICHTEN fragt: Wann wird gehandelt?

Stadtwerke-Chef Ulrich Koch ist in der Verantwortung. Es reicht nicht, Prüfungen anzukündigen oder auf mögliche Zäune zu hoffen. Es braucht sichtbare Maßnahmen – jetzt.


Häufig gestellte Fragen

Worum geht es im Artikel „Verwahrloste Ecke in Herne: Stadtwerke ignorieren monatelang Beschwerden“?

Herne. [sn] Die 10‑kV‑Station am Ende der Siepenstraße ist seit Monaten ein Schandfleck im Stadtbild – und ein Symbol für Ignoranz und Behördenversagen. Trotz wiederholter Beschwerden tut sich: nichts. Bereits im April wandten sich Anwohner mit einer dringenden Bitte an die Stadtwerke Herne.

Was erläutert der Artikel zu „Seit Monaten: Müll, Urin und Alkoholkonsum – aber keine Reaktion der Stadtwerke Herne“?

Bereits im April wandten sich Anwohner mit einer dringenden Bitte an die Stadtwerke Herne. Ihr Anliegen: die zunehmend verwahrloste Fläche rund um die 10‑kV‑Anlage. Die Antwort kam prompt – aber nur in Form höflicher Phrasen.

Was erläutert der Artikel zu „Stadtwerke Herne: Prüfen, verschieben, ignorieren“?

Seit der ersten Meldung sind nun über zwei Monate vergangen. Die Stadtwerke antworten weiterhin freundlich, aber ohne jede Wirkung. Die Stadtwerken schrieben an die Anwohner am 25.

Pflichtverletzung mit Ansage?

Rechtlich gehört das Gelände zum Eigentum der Stadtwerke. Damit tragen sie nicht nur die bauliche Verantwortung, sondern sind auch verpflichtet, ihre Grundstücke ordnungsgemäß zu sichern. Gerade bei einer Mittelspannungsanlage ist der Schutz besonders zu gewährleisten.

Was erläutert der Artikel zu „Anwohner: „Wir fühlen uns alleingelassen““?

Was sagen die Betroffenen? Wut, Frust, Resignation. Der Tenor: Man habe mehrfach gemeldet, mehrfach auf Missstände hingewiesen.

Tags: 10‑kV‑Station HerneAnwohnerbeschwerdeBauO NRWBoulevardEnergiedienstleister VerantwortungHerneHochspannungsanlageMissständeMüllproblem HerneÖffentliche SicherheitOrdnungsamt HerneOrdnungsversagenSauberkeit StadtgebietSeniorenwohnanlage HerneSicherheitsproblem HerneSN SONNTAGSNACHRICHTENSONNTAGSNACHRICHTENStadtwerke Herne UntätigkeitStefan Budde‑SiegelUntätige BehördenVerkehrssicherungspflichtVersorgerpflichtenVerwahrlosungZaunbau
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Stefan Budde-Siegel

Stefan Budde-Siegel (* 1971) schreibt u. a. für die SN SONNTAGSNACHRICHTEN, verschiedene Blogs und Fachzeitschriften zu Recht, Verwaltung, Architektur, Brandschutz und sicherheitsrelevanten Themen. Er arbeitet redaktionell, fachlich und technisch an der Schnittstelle von Praxis, Behördenumfeld und öffentlicher Kommunikation. Seine Beiträge konzentrieren sich auf nachvollziehbare Einordnung, dokumentierte Sachverhalte und eine klare, verständliche Darstellung komplexer Zusammenhänge. WHATSAPP | TELEFON | E-MAIL

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