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Fahrradfahrer sind eine Gefahr für die Bevölkerung in Herne

Fahrradklimatest 2024 zeigt: Weniger Radverkehrsförderung kann mehr Sicherheit bedeuten

Stefan Budde-Siegel von Stefan Budde-Siegel
23.06.2025
Lesezeit: 4 Minuten.
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Ältere Frau mit Rollator und drei Kinder zwischen mehreren Radfahrern und E-Bikes in Fußgängerzone mit Fußball.

Bildnachweis/Rechtekette: Symbolbild: © 2025 SN SONNTAGSNACHRICHTEN

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Herne. [sn] Der ADFC hat die Ergebnisse des neuen Fahrradklimatests veröffentlicht – und sofort folgten die altbekannten Reflexe: mehr Radwege, mehr Fahrradstraßen, mehr Steuergeld für das vermeintlich klimaschonende Verkehrsmittel. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Die einseitige Förderung des Radverkehrs verkennt die Realität vor Ort. In Herne jedenfalls ist man gut beraten, sich nicht vom ideologischen Druck der Radlobby treiben zu lassen. Denn: Radfahrer sind nicht nur Opfer – sie sind längst selbst ein wachsendes Risiko für die schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr.

Rücksichtslosigkeit statt Regelbewusstsein

E-Bikes, die mit 30 km/h durch Fußgängerzonen schießen. Jugendliche auf Rädern, die ohne Licht und Helm durch den Berufsverkehr flitzen. Rennradfahrer, die Gehwege als persönliche Überholspur betrachten. All das ist keine Karikatur, sondern trauriger Alltag – auch in Herne. Die Organisation FUSS e. V., die sich für die Rechte der Fußgänger einsetzt, warnt seit Jahren vor einer Übervorteilung des Radverkehrs auf Kosten von Kindern, Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen.

„Fußgänger werden systematisch an den Rand gedrängt“, so der Verein, der mehr Rücksicht, stärkere Kontrollen und eine echte Prioritätensetzung für den nicht-motorisierten Fußverkehr fordert. Während Radfahrer immer neue Freiheiten beanspruchen, wird ihre Verantwortung kaum eingefordert. Das Ergebnis ist ein öffentlicher Raum, der zunehmend von Konflikten geprägt ist.

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Wie die Tagesschau berichtet, nimmt die Zahl der Unfälle mit E-Bikes und Pedelecs seit Jahren drastisch zu. Und dennoch rufen ADFC und Grüne nach weiteren Investitionen in eine Infrastruktur, deren Nutzer sich in vielen Fällen weder an Regeln halten noch die Verkehrssicherheit gewährleisten.

Die Herner Grünen: Verkehrspolitik mit ideologischem Tunnelblick

Kaum war das Herner Ergebnis des Fahrradklimatests veröffentlicht, meldeten sich auch die Grünen mit erwartbaren Forderungen zu Wort: Ausbau des Radwegenetzes, mehr Fahrradstraßen, Verdrängung des motorisierten Verkehrs. Dass ihre Vorschläge zu Lasten der Fußgänger, der Anwohner, des Einzelhandels und vor allem der Wirtschaft gehen, scheint sie nicht zu interessieren.

In typischer Manier verlangen sie eine „radikale Neuaufteilung des Verkehrsraums“, sprechen von einer „Verkehrswende“, die nur einen Weg kennt: die Bevorzugung des Fahrrads. Der Blick auf die Realität – insbesondere in einer strukturell gewachsenen Industriestadt wie Herne – fehlt völlig. Dass hier täglich tausende Menschen auf das Auto angewiesen sind, um zum Arbeitsplatz zu gelangen oder den Lieferverkehr zu sichern, wird ignoriert.

Die einseitige Förderung des Radverkehrs durch die Grünen ist nicht nur realitätsfern – sie ist gesellschaftlich gefährlich.

Der ADFC: Kein neutraler Akteur

Auch der ADFC selbst ist in seiner Rolle nicht unproblematisch. Als Lobbyverband für Radfahrer gibt er sich gerne als neutrale Instanz aus – ist es aber nicht. Die jährlich erhobenen Ergebnisse des Fahrradklimatests, bei dem 272 Menschen aus Herne ihre Einschätzung abgegeben haben, sind kein objektives Abbild der Gesamtbevölkerung. Vielmehr spiegeln sie die Sichtweise einer verkehrspolitisch aktiven Minderheit wider.

Trotzdem leitet der ADFC daraus weitreichende politische Forderungen ab. Dabei zeigt die Praxis: Viele Fahrräder sind verkehrsuntauglich – kein Licht, keine Bremsen, keine Reflektoren. Helme? Fehlanzeige. Verkehrsregeln? Für viele offenbar ein unverbindlicher Vorschlag. Wer sich so verhält, verwirkt das Recht auf neue Privilegien.

Zudem ist die Infrastruktur allein kein Heilsbringer. Die bloße Markierung eines neuen Radwegs auf der Straße verbessert weder die Sicherheit noch das Verhalten. Wie Bochum zeigt, führen Investitionen in die Radinfrastruktur keineswegs automatisch zu besserem Miteinander – im Gegenteil: Die Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern nehmen auch dort zu.

Rechtslage verkannt – Fußgänger haben Vorrang

Fahrradfahrer meinen oft, sie hätten gegenüber Fußgängern grundsätzlich Vorrang – sowohl auf Radwegen als auch in Fahrradstraßen. Dem ist jedoch nicht so. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) stellt klar, dass Rücksichtnahme oberstes Gebot ist. § 1 Abs. 1 und 2 StVO lautet:

„Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“
„Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Das bedeutet in der Praxis: Fußgänger, die z. B. Radwege queren, haben Vorrang. Auch in Fahrradstraßen genießen Fußgänger besonderen Schutz. Radfahrer haben ihre Geschwindigkeit den Umständen anzupassen, notfalls zu stoppen. Wer sich hierauf nicht einstellen will oder kann, hat im öffentlichen Raum nichts verloren.

Nein – in Herne wollen wir keine Zustände wie in Münster oder den Niederlanden, wo Fahrräder inzwischen das Straßenbild dominieren, Fußgänger verdrängt und Autos verteufelt werden. Herne ist eine Stadt des Wirtschaftsverkehrs. Sie lebt von der Logistik, vom Einzelhandel, vom Handwerk.

Anstatt diesem Fundament unserer städtischen Wertschöpfung Knüppel zwischen die Beine zu werfen, sollte man dankbar sein, dass Unternehmen und Gewerbe hier Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Die kruden Verkehrswendefantasien von Grünen und ADFC führen in der Realität zu Einschränkungen für Handwerker, Lieferdienste, Pflegekräfte – und letztlich auch zu Wohlstandsverlust.

Herne braucht keine Symbolpolitik – sondern funktionierende Infrastruktur

Dass Herne beim Fahrradklimatest keine Spitzenwerte erzielt, mag mancher kritisieren. Doch in Wahrheit zeigt es: Die Stadt ist bislang standhaft geblieben. Sie hat sich nicht der Radlobby unterworfen, sondern den Ausgleich gesucht. Was Herne braucht, ist nicht ein neues Radwegeprogramm – sondern endlich sanierte Straßen, barrierefreie Gehwege, sichere Ampelquerungen und eine geregelte Verkehrslenkung für alle.

Infrastrukturpolitik darf nicht der lautesten Lobby folgen, sondern muss auf das Gemeinwohl zielen. Wer Mobilität ganzheitlich denkt, muss den Wirtschaftsverkehr integrieren, die Fußgänger stärken und auf Regelakzeptanz im Radverkehr bestehen – nicht auf ideologische Projekte mit PR-Wert.

Kommentar: Keine Steuergelder für Regelbrecher

Die Grünen und der ADFC präsentieren sich als Vorkämpfer der Zukunft. Doch ihre Konzepte sind realitätsfern und gefährlich. Es braucht keine weiteren Fahrradwege, -straßen oder -zonen in Herne – sondern zunächst mehr Kontrolle, mehr Verantwortung, mehr Rücksicht.

Leitsatz: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit.

Solange Radfahrer sich verhalten wie anarchistische Einzelgänger, dürfen sie keine weiteren Sonderrechte erwarten. Die Straße gehört nicht den Lautesten, sondern allen – vor allem denen, die sich nicht selbst schützen können. Fußgänger first.

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Stefan Budde-Siegel

Stefan Budde-Siegel

Stefan Budde-Siegel (* 1971) schreibt u. a. für die SN SONNTAGSNACHRICHTEN, verschiedene Blogs und Fachzeitschriften zu Recht, Verwaltung, Architektur, Brandschutz und sicherheitsrelevanten Themen. Er arbeitet redaktionell, fachlich und technisch an der Schnittstelle von Praxis, Behördenumfeld und öffentlicher Kommunikation. Seine Beiträge konzentrieren sich auf nachvollziehbare Einordnung, dokumentierte Sachverhalte und eine klare, verständliche Darstellung komplexer Zusammenhänge. WHATSAPP | TELEFON | E-MAIL

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